Kunst, für die zwei Menschen alles riskiert haben.
Dietmar Büttner verlor als Hochschuldozent seine Lehrererlaubnis, weil er die Ausreise aus der DDR beantragte. Astrid Büttner blieb als freischaffende Künstlerin ihrer eigenen Bildsprache treu, bis beide 1985 gemeinsam in den Westen gingen.
Astrid Büttner malte vorrangig mit Tempera, daneben entstanden Collagen — unter anderem mit Notenblättern und Papierstreifen — sowie Kastenobjekte. Im Zentrum ihrer Arbeit stand nicht das erkennbare Motiv, sondern die freie, ungebundene Farbsensation: Farbe wurde bei ihr selbst zum visuellen Material. Ihr Werk reicht von Großformaten bis zu kleinteilig-differenzierten Papiercollagen.
Einzelausstellungen
1967-1985 Ausstellungen in der DDR, Polen, CSR, Bulgarien 1986 Galerie Treppe, Düren
1988 Galerie Rademacher, Bad Nauheim
1989 Galerie Rademacher, Bad Nauheim
1990 Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
1991 Galerie der Stadt Wörth
1997 Oberhessisches Museum Gießen
1998 Galerie Rademacher, Bad Nauheim
2000 Kunstverein Bretten mit D.Büttner
2014 "Astrid Büttner. Malerei", Dachgalerie im Schloss vor Husum
1956–1960 Studium an der Fachhochschule für angewandte Kunst, Leipzig (Diplom Design)
1961–1967 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Freie Grafik/Malerei bei Hans-Theo Richter (Diplom); Staatsexamen in Kunstgeschichte, Ästhetik, Philosophie
Seit 1967 freischaffende Künstlerin
1985 Ausreise aus der DDR nach Karlsruhe
1990–1995 Lehrauftrag an der Universität Karlsruhe, Institut für Bildende Künste
1996–1999 Kunstschule Villa Wieser, Herxheim (Rheinland-Pfalz)
2000–2016 Leben und Arbeiten in Satrup, Schleswig-Holstein
Gestorben am 3. November 2016 in Uelsby, Schleswig-Holstein
Dietmar Büttner
Leben
1939 geboren in Chemnitz
1959 – 1965 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Fachrichtung Freie Malerei/Grafik
1959 – 1969 Aspirantur
1978 Gastdozent, später Oberassistent
1982 Berufung zum ordentlichen Hochschuldozenten mit künstlerischer Lehrtätigkeit, trotz schwerer politischer Repressionen Zwischenzeitlich freiberuflicher Maler und Grafiker
1984 Ausreiseantrag in die Bundesrepublik mit Folge der Entziehung seiner Lehrerlaubnis
1992 Wiedererteilung der Lehrerlaubnis aufgrund von rechtswidrigem Entzug
1985 Übersiedelung in die Bundesrepublik
bis 1999 freiberuflicher Künstler in Karlsruhe
seit 1999 Atelier und Wohnsitz in Schleswig-Holstein Gestorben am 31. Januar 2021 in Ülbsy, Schleswig-Holstein
Dietmar Büttner löste sich Ende der 1960er-Jahre zunehmend von figurativer Darstellung. Er arbeitete mit Holz- und Hartfaserdrucken, Linol- und Schablonenabdeckdrucken und entwickelte ein eigenes Offsethanddruck-Verfahren auf der Radierpresse. In seinen Arbeiten verwendete er ungewöhnliche Materialien wie Lack, Latex, Kunststoff, Asche, Ruß und Laub. Ab Mitte der 1980er-Jahre entstanden Kartonklangobjekte in Ton. Bekannt ist er vor allem für seine Wellpappedrucke ("Säulen", "Klangleisten", "Jalousie"): Die Wellpappe als Druckstock wird bei jedem Druckvorgang weiter verletzt und zerstört sich im Prozess selbst — nach Büttners eigenen Worten stellvertretend für Gedächtnisausfälle und mangelndes Erinnerungsvermögen. Zu seinem Werk zählen zudem die "99 Aktendeckeldrucke".
Einzelausstellungen
1966-81 Einzelaustellungen in Dresden 1986/87 Galerie Treppe, Düren
1988 Galerie im Polizeipräsidium Mainz (mit Astrid Büttner), Mainz
1966-81 Beteiligung an allen Deutschen Kunstausstellungen der ehemaligen DDR und an allen deutschen- und Bezirksausstellungen des Berufsverbands Bildender Künstler Dresden, u.a. in Dresden, Berlin, Leipzig, Frankfurt/Oder, Erfurt, Bautzen; Beteiligung an internationalen Ausstellungen u. a. in Moskau, St. Petersburg, Warschau, Prag.
1986/87 Atelier Moehring, Wiesbaden Dresdner Bank, Wiesbaden
1990 „Ausgebürgert“, Albertinum, Dresden Deutscher Künstlerbund, Berlin
1994 Galerie zur Silberschmiede, Augsburg
1995 „Sinn und Parodie“ Bund Deutscher Künstler Baden-Württemberg, Galerie West im Terminal 1, Flughafen Stuttgart Orangerie Draenert, Immenstaad